Europas stärkster und schnellster Computer steht in Bayern : AKTIV im Norden

Neue Rekord-Leistungen

Europas stärkster und schnellster Computer steht in Bayern

Gut vernetzt: Die orangefarbenen Glasfaser-Kabel verbinden die Rechnereinheiten des „SuperMUC“ miteinander. Die Anlage ist 26 Meter lang und 21 Meter breit. Foto: Bodmer

Mega-Computer in Garching leistet so viel wie 110.000 PCs

Garching. Im Fußball hat’s nicht geklappt. Aber wenn es um die leistungsstärksten und schnellsten Computer geht, ist Deutschland Europameister: Im Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching bei München steht die beste Rechenmaschine unseres Erdteils. Noch schneller sind auf der ganzen Welt nur zwei Super-Computer in den USA und einer in Japan.

Der vor kurzem in Betrieb genommene „SuperMUC“ in Garching kommt auf eine Spitzenleistung von fast 2.900 Billionen Rechenschritten in einer Sekunde. Er „arbeitet“ damit in etwa so viel wie 110.000 Personal Computer zusammen.

Gebaut hat das künstliche Superhirn der amerikanische Computer-Hersteller IBM. Genutzt wird es von Wissenschaftlern für Simulationen – wenn Antworten auf eine Vielfalt von Fragen gesucht werden. Zum Beispiel: Wie fließt Blut in den menschlichen Adern? Wie breiten sich Erdbeben-Wellen aus? Oder wie hat sich das Universum entwickelt?

Wasserkühlung spart eine Menge Strom

Aber nicht nur die Leistung des Mega-Rechners ist erstaunlich. Ganz neu ist die Kühl-Methode. Bauteile wie Prozessoren und Speicherchips werden mit dünnen Kupferrohren gekühlt, durch die Wasser fließt.

Im Vergleich zu bisherigen Systemen – Ventilatoren und Klima-Anlagen – braucht der SuperMUC 40 Prozent weniger Strom. „Grob geschätzt sparen wir damit im Jahr 1 Million Euro Energiekosten“, sagt Ludger Palm vom LRZ.

Ausgedacht hat sich die umweltschonende Technik das Schweizer Forschungslabor von IBM. Für den tatsächlichen Einsatz wurde die Wasserkühlung dann im IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen bei Stuttgart zur Reife gebracht.

Der positive Nebeneffekt: Mit der Abwärme des Computers werden die Gebäude des Leibniz-Rechenzentrums beheizt.


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