Elektronik extrem: AKTIV im Norden

Reportage

Elektronik extrem


A. WEIDELT Systemtechnik ist ein Einrichtungshaus der besonderen Art

Viel Platz zum Arbeiten haben die beiden Männer nicht. Elektriker Ivo Hinrichsen und Azubi Björn Kahrs rüsten eine Fernmeldekabine der Bundeswehr mit hochwertiger Elektronik aus. In dem olivgrünen Metallcontainer, in dem man sich gerade einmal um die eigene Achse drehen kann, müssen sie Energieversorgung und eine komplette Büroeinrichtung inklusive Schränken, Tisch und Bürostuhl installieren.

Arbeiten auf engstem Raum: Die 70 Mitarbeiter der A. WEIDELT Systemtechnik in Bremen haben sich darauf spezialisiert. Firmenchef Rolf A. Weidelt ist selbstbewusst: „Einrüsten können viele, aber wir können auch für schwierigste Bedingungen und komplexe Anforderungen maßgeschneiderte Lösungen anbieten.“ Das heißt: Die Mitarbeiter integrieren komplexe Elektronik und Präzisionsgeräte in mobile Einheiten wie Lkw oder Container. Die Palette des Mittelständlers reicht von mobilen Operationssälen über fahrbare Werkstätten bis zu mobiler Kommunikation und anspruchsvollen Werbefahrzeugen. Ein Einrichtungshaus der besonderen Art.

Auch unter extremen Bedingungen, wie Stromausfällen oder unsicheren Datennetzen, muss die Technik später funktionieren. „Wir ermöglichen dem Augenarzt in Afghanistan, seinen Laser im Sanitätscontainer beispielsweise auch bei widrigsten Temperaturen zu benutzen“, sagt Elektriker Hinrichsen.

Spezialisten für komplizierte Fälle

Für militärische Einsätze bestückt das Unternehmen Fernmeldeeinheiten und Gefechtsstationen. „Wir haben sogar schon eine bewegliche Feldkirche ausgerüstet“, erzählt Hinrichsen.

Neben der Bundeswehr setzen auch Polizei und Katastrophenschutz sowie das Militär in Österreich und den USA auf das Know-how der Bremer. Und das geht weit über das reine Zusammenbauen hinaus. „Wir planen, integrieren und programmieren die Einbausätze“, sagt Hinrichsen. „Wir sind immer dann im Vorteil, wenn es schnell gehen muss und gleichzeitig kompliziert ist.“

Auch Systempflege und Wartungsarbeiten gehören dazu. So sind die Werbemobile der Bundeswehr, zwei große Lkw-Züge sowie acht mittlere und zwölf kleinere Trucks, regelmäßige Gäste in Bremen. Konzerne wie EADS, Rheinmetall, Siemens, OHB oder Atlas Elektronik gehören zu den Kunden des 1920 gegründeten Familienunternehmens. Und das legt großen Wert auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter.

Sprungbrett Zeitarbeit

Einer von ihnen ist Waldemar Bräning. Der Elektriker ist seit 2005 dabei und kam damals über eine Zeitarbeitsfirma in den Betrieb. „Schon nach vier Monaten hatte ich eine Festanstellung“, freut sich der 43-Jährige. Heute arbeitet er in der Qualitätssicherung, prüft elektronische Einbauteile und betreut Kundenabnahmen. So ein Weg ist hier keine Ausnahme.

„Wir haben für die Bundeswehr einen Großauftrag im Bereich Führungsinformationssysteme erhalten“, erläutert der Chef. „Den hätten wir ohne die Unterstützung von Zeitarbeitsfirmen nicht realisieren können.“

Inzwischen sind 15 feste Mitarbeiter aus der Zeitarbeit übernommen worden. Und deren Arbeitsplätze seien sicher, auch wenn der Wettbewerb härter wird, verspricht der Chef.

Lothar Steckel

A. WEIDELT Systemtechnik

A. WEIDELT Systemtechnik wurde 1920 gegründet und ist in der dritten Generation familiengeführt. 70 Mitarbeiter konstruieren, bauen und integrieren in Bremen-Hemelingen Systeme in mobile Module: unter anderem für die Bundeswehr, die französische, amerikanische und dänische Armee, aber auch für zahlreiche zivile Kunden. Im Jahr 2011 erreichte die Firma einen Umsatz von 25 Millionen Euro.

 

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A. Weidelt Systemtechnik GmbH & Co. KG

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A. Weidelt Systemtechnik GmbH & Co. KG
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28309 Bremen

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