Eisengießer Thomas Thranow spielt seit zwölf Jahren Dudelsack: AKTIV im Norden

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Eisengießer Thomas Thranow spielt seit zwölf Jahren Dudelsack

Schnapsideen sind meist sehr kurzlebig, vor allem dann, wenn sie im Karneval ausgeheckt wurden. Bei den „Dersa Highlanders“ war das etwas anders. Die Gründungsidee zu der Dudelsack-Band entstand 1997 beim „Dammer Carneval“, der als Norddeutschlands Faschingshochburg gilt. Mittlerweile zählt die Gruppe zu den beliebtesten „Bagpipe and Drumbands“ jenseits von Schottland.

Leidenschaftlicher Rennradfahrer

Heute hat die Formation 25 aktive Mitglieder. Eines der dienstältesten ist Thomas Thranow (46). Der Gießereileiter der Eisengießerei Dinklage stieß 1999 dazu, nachdem er in der Zeitung einen Bericht über die Gründung gelesen hatte. Ganz leicht war der Einstieg allerdings nicht.

Der gebürtige Oldenburger erklärt, warum: „Die Great Highland Bagpipe, auf der wir spielen, ist ein sehr spezielles Instrument und verlangt Anfängern einiges ab. Nicht nur, weil es so ungewohnt für unsere Ohren klingt, sondern auch wegen seiner Lautstärke. Die vier Pfeifen bringen es locker auf über 120 Dezibel; das entspricht ungefähr dem Schalldruck einer Kettensäge oder einer Vuvuzela.“

Bei Thranow kam dazu, dass er vor seinem Einstieg bei den „Dersa Highlanders“ nie ein Instrument gespielt hatte. Vielleicht lag das daran, dass es einfach schon zu viele andere Hobbys gab. Der Norddeutsche ist leidenschaftlicher Motorrad- und Rennradfahrer. Wann immer es geht, zieht es ihn außerdem zum Paddeln mit dem Kajak aufs Wasser hinaus. Und dann sind da natürlich noch das Eigenheim und drei Kinder, für die man als Vater Zeit haben muss.

Ovationen für den Mann im Schottenrock

Wie kriegt er das alles unter einen Hut? Thranow grinst. „Meine Frau ist ein geduldiger Mensch, sie lässt mir meine Hobbys. Und die Kids sind inzwischen aus dem Gröbsten heraus; zwei von ihnen arbeiten bereits.“

Und was sagen die Kollegen in der Gießerei? Die finden das klasse, wie einer von ihnen in einer Zigarettenpause erzählt. Als Thranow dem Fotografen zuliebe in voller Montur posiert und einige Lieder anspielt, verstummen schlagartig alle Arbeitsgeräusche in der Halle. Und als der letzte Ton von „Amazing Grace“ verklungen ist, gibt es stehende Ovationen für den Mann im Schottenrock.


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