Diese Anlagen helfen Unternehmen beim schonenden Umgang mit Ressourcen: AKTIV im Norden

Grüne Prozesstechnik

Diese Anlagen helfen Unternehmen beim schonenden Umgang mit Ressourcen


Silbern schimmern die zwei Meter hohen Flächen im Neonlicht der Werkhalle. Sie sehen aus wie neu, denn Jürgen Levetzow hat sie in Säurelösung gereinigt. Zuvor hatte er grüne Farbe aufgesprüht, um mögliche Haarrisse im Metall aufzuspüren. „Diese Risse sind winzig, können aber den Wärmefluss zwischen den Platten behindern, genau wie Verschmutzungen“, erklärt der 55-Jährige.

Der Feinblechner arbeitet in der Rekonditionierung von Alfa Laval Mid Europe am Standort Glinde östlich von Hamburg, wo er Plattenwärmeübertrager überholt und wieder instand setzt. Diese speziellen Apparate werden dort gebraucht, wo etwas gekühlt oder erwärmt werden muss.

Auf energiesparende Lösungen wie diese hat sich Alfa Laval über Jahrzehnte hinweg spezialisiert. Heute ist der börsennotierte Prozess-Spezialist mit Hauptsitz in Schweden in mehr als 100 Ländern aktiv.

„Unsere Produkte kommen in vielen Industrieprozessen unter anderem in Raffinerien, Autos, Kühllagern und Windenergieanlagen zum Einsatz“, sagt Frank Lehnhoff. In Glinde ist der Diplom-Ingenieur zuständig für Prozesstechnik und Raffinerien.

Energieeffizienz ist heute ein zentrales Thema. Lehnhoff: „Unsere Wärmeübertrager werden in Raffinerien zum Beispiel beim Vorwärmen von Rohöl verwendet. Das senkt die Energiekosten und reduziert CO2-Emissionen.“

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Rückgewinnung von Abwärme. Bei einem Modellprojekt in Karlsruhe wird die Abwärme einer Raffinerie in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Karlsruhe eingespeist. „Dabei leisten hocheffiziente Kompaktwärmeübertrager einen Beitrag zur Versorgung von 20.000 Haushalten und zur Entlastung der Umwelt. Das bringt allen Beteiligten etwas“, so Lehnhoff stolz.

Ökologische Aspekte hat Alfa Laval nicht nur bei der Wärmeübertragung im Blick. Auch für das Trennen von Stoffen entwickelt der Weltkonzern mit seinen Separatoren „grüne“ Lösungen. Während Jürgen Levetzow die sauberen Platten einspannt, hat Kollege Klaus Schapitz im Logistikzentrum nebenan eine Ölreinigungsanlage „am Haken“.

„Die Anlage zur Stromerzeugung ist für einen Kunden in Jeddah, Saudi-Arabien, bestimmt“, erklärt Schapitz. Mit geübter Hand setzt der Lagerist das Zehn-Tonnen-Stück auf eine Palette. Dann kontrolliert er Qualität und Seriennummer. Erst wenn der Zoll die Anlage abgenommen hat, wird sie verschweißt und in einen Container verpackt.

Auch auf Schiffen werden Separatoren zur Reinigung von Ölen eingesetzt. Um Frischwasser zu erzeugen, wird Abwärme genutzt. „Schiffe sind meist lange unterwegs“, sagt Wolfhard Schlapmann, Verkaufsingenieur Marine. „Deshalb versucht man, möglichst autark zu sein. Das spart Zeit und Kosten.“

Auf die Problematik Ballastwasser zielt Alfa Laval mit dem Produkt „Pure Ballast“. Hintergrund: Wenn Schiffe zur Stabilisierung Wasser aufnehmen und später wieder abpumpen, werden damit auch allerlei Meeresbewohner in fremde Gewässer „verschleppt“. Aus biologischer Sicht ist das bedenklich.

Schlapmann: „Lange bevor das Thema akut und gesetzlich verankert wurde, haben wir mit der Reederei Wallenius Wilhelmsen eine Lösung zur Behandlung von Ballastwasser erarbeitet.“

Die Signale des Markts aufnehmen und Entwicklungen aktiv mitgestalten – das hat sich die Firma zum Ziel gesetzt. Dafür braucht man viele Ingenieure. „Selbst im Vertrieb sind gut die Hälfte Ingenieure“, sagt Lehnhoff. „Wir verkaufen keine Produkte, sondern individuelle Lösungen. Und die sind erklärungsbedürftig.“

Mehr als 300 Patente hält Alfa Laval, jährlich kommen bis zu 40 neue Produkte auf den Markt. Auf der Verfahrenstechnikmesse Achema in Frankfurt werden sie regelmäßig vorgestellt. „Da staunt selbst der Wettbewerb“, freut sich Lehnhoff.

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21509 Glinde

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