Die tollen Türken holen auf: AKTIV im Norden

AKTIV-Reportage aus Istanbul

Die tollen Türken holen auf

Zeigen Gesicht: Junge Türkinnen feiern in einem Istanbuler Szene-Klub. Foto: Dennis Straßmeier

Istanbul. „Krise???“ Alibey Arabaci bleibt abrupt stehen und macht ein Gesicht, als sei er gerade gefragt worden, ob er morgens eigentlich mit dem fliegenden Teppich zur Fabrik kommt. Dann zieht er die schnurrbartdicken Brauen hoch und brüllt gegen die Stanzmaschinen an: „Krise? Wir verarbeiten hier jährlich 6.000 Tonnen Blech! Arbeit ohne Ende!“

Arabaci ist Logistik-Leiter des Siemens-Werks in Gebze, am Ostrand Istanbuls. Krise, sagt er, gebe es vielleicht anderswo. „Aber nicht hier in der Türkei. Hier brummt’s!“

Das erlebt er täglich im eigenen Werk, das erst kürzlich für 100 Millionen Euro errichtet wurde: Die Belegschaft wächst, immer neue Maschinen werden angeschafft, und die Erzeugnisse, komplexe Spannungsverteiler, global verkauft.

„Obwohl: Manchmal staune ich ja auch, wie sich die Türkei gemausert hat“, schränkt Arabaci, mittlerweile besänftigt, beim Gang durch die Hallen ein. „Heute entwickeln und exportieren wir Hightech-Schaltschränke. Noch vor 30 Jahren gab’s in der Türkei nicht mal einen Fön zu kaufen.“


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