Die Hightech-Parkwächter von Designa: AKTIV im Norden

Smarte Automaten

Die Hightech-Parkwächter von Designa


Autofahrer kennen das Ritual aus dem Parkhaus: anhalten, Scheibe runter, Knopf drücken, Scheibe rauf. Doch das könnte bald Vergangenheit sein, denn der Trend geht in Richtung berührungsloser Fahrzeugerkennung. Und das ist eine der Domänen von Designa.

„Derzeit setzen die meisten Parkhäuser noch auf Papiertickets, doch im Zeitalter von Smartphones wird sich das ändern“, sagt Nadine Lübbe. Sie leitet das Marketing der Kieler Firma Designa, die sich mit großem Erfolg auf Parkraum-Management-Systeme spezialisiert hat.

Wenn das Nummerschild erkannt wird, öffnet sich die Schranke

„Um die Parkhäuser rentabel zu betreiben, haben sich die Anforderungen an die Systeme in den letzten Jahren entscheidend verändert“, so Lübbe. „Deshalb setzt Designa auf neueste Technologien und innovative Produkte.“

Und davon gibt es einige. „Wir bieten unter anderem Terminals an, die berührungslos mit einem Dauerparker-Medium im Auto kommunizieren, beispielsweise mit einer Kundenkarte oder einem Chip an der Scheibe“, erklärt Stefan Daniel, Finanz- und Personalchef der Firma. „Andere Systeme sind in der Lage, Pkw-Kennzeichen zu erkennen.“

Doch Designas wichtigste Innovation der letzten Jahre bekommen Autofahrer gar nicht zu Gesicht: die Idee, das System via Internet an einem zentralen Server in einem Rechenzentrum zu betreiben. Damit überraschten die Nordlichter 2008 die Branche, denn diese Form der Anbindung beschert den Betreibern mehr Sicherheit, mehr Wachstum und Flexibilität bei der Einführung neuer Angebote.

Parkhausbetreiber können so in Echtzeit die Belegung ihrer Anlagen abrufen, und Autofahrer können über eine App im Voraus Parkplätze buchen und einen Rabatt auf die Parkgebühr bekommen.

Damit die Anlagen auch in heißen Ländern, am Polarkreis und in den Tropen zuverlässig arbeiten, wird bei Designa ausgiebig getestet: „Jedes Gerät muss 20  Minuten lang fehlerfrei Parkscheine ausspucken“, berichtet Holger Parplies. Im Nebenraum füttert Ulrich Laage Kassenautomaten mit namibischen Dollar, schwedischen Kronen oder Dirham-Scheinen – je nach Zielland.

Auslandsreisen gehören auch für die Techniker der Firma zum Alltag. Am Hamburger Flughafen hat Designa fünf Dauerparkplätze, damit die Experten gleich anreisen können, falls ein Kunde mal Hilfe brauchen sollte.

Die Auftragsbücher sind voll, in der Montagehalle stehen Geräte für Doha, Kasachstan, Südafrika. 2012 kauften die Flughäfen Sydney und Köln-Bonn bei Designa ein. Frankfurt folgte 2013.

Wer will, bekommt seine Anlage auch mit Heizung oder QR-Scanner

„Unsere Lieferzeit beträgt sechs Wochen, auch ohne großes Lager“, erklärt Thomas Bührig-Reß. Als Supply-Chain-Manager kümmert er sich um das Zusammenspiel aller, die an der Herstellung beteiligt sind. Und das bei über 150 Optionen, mit denen sich die Anlagen ausstatten lassen – wer will, kann sein System auch mit Heizung oder QR-Scanner bekommen.

Innerhalb von fünf Jahren wurde die Produktion um zwei Drittel erhöht

Seit Monaten bleiben die Mitarbeiter der Produktion täglich zwei Stunden länger, auch samstags wird gearbeitet. „Freiwillig“, betont Bührig-Reß, der lange bei dänischen Firmen beschäftigt war und auf Teamarbeit setzt. „Alle haben ein Arbeitszeitkonto, plus/minus 150 Stunden.“

In den letzten fünf Jahren hat Designa die Produktion um zwei Drittel erhöht. Dennoch ist in der Werkhalle von Hektik nichts zu spüren. Ruhig und konzentriert werden die Systeme zusammengesetzt. Hier und da surrt ein Akkuschrauber, im Hintergrund dudelt das Radio.

Bührig-Reß hat Ideen der „schlanken Produktion“ umgesetzt, Verantwortung in die Teams und zu den Monteuren verschoben, „dorthin, wo das Know-how ist“. Jeder Monteur darf mitbestimmen, wie sein Arbeitsplatz ausgestattet wird.

Und was ist, falls die Zukunftsforscher recht behalten sollten, die eine rapide Abnahme des städtischen Autoverkehrs erwarten? Kein Problem – es gibt ja noch andere Fahrzeuge, die smarte Parksysteme brauchen. Fahrräder zum Beispiel. Zu besichtigen ist das heute schon in Bayerns erstem Fahrradparkhaus am Bamberger Bahnhof. Die Technik dafür kommt aus Kiel. Von Designa.

Designa Verkehrsleittechnik, Kiel

Designa begann vor rund 60 Jahren als Hersteller von Verkehrs- und Werbeschildern und entwickelte 1975 das erste vollautomatische Parksystem. Heute gehört das Unternehmen zur Wiener Management Trust Holding und erwirtschaftet mit neun Tochtergesellschaften und 300 Mitarbeitern rund 55 Millionen Euro Umsatz. Weltweit regeln 6.000 Designa-Anlagen den Zugang zu Parkplätzen. Täglich kommen zwei neue hinzu.

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Designa Verkehrsleittechnik GmbH

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Designa Verkehrsleittechnik GmbH
Faluner Weg 3
24109 Kiel

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