Der Haken am Öko-Strom: AKTIV im Norden

Nord-Wort

Der Haken am Öko-Strom


Der Schutz der Umwelt ist wichtig – allerdings muss man auch an die Belange der Wirtschaft denken

Sämtliche politischen Parteien in Berlin sind jetzt grün. Fukushima hat die ganz große grüne Koalition im Bundestag zusammengeschmolzen, nämlich die Koalition der Atom-Aussteiger. Kohlekraftwerke sind für dieses Bündnis keine Alternative, weil sie das Klima gefährden. So sagt man.

Die erneuerbaren Energien, die jetzt der Schlager der Saison sind, kosten allerdings Geld. Viel Geld. Der Strom würde mit ihnen teurer und teurer. Nun könnte man sagen: „Okay, ich zahle gern für sauberen Strom und ein gutes Gefühl.“ Der Haken daran: Auch der, der es anders sieht, muss den höheren Preis zahlen, denn er hat keine Alternative.

Sicher, man könnte in Deutschland sofort auf Kernkraft verzichten, wie es etwa Italien gemacht hat. Stattdessen könnte man den Strom beim Nachbarn kaufen, also zum Beispiel aus französischen Kernkraftwerken. Billiger ist das allerdings nicht, Italien hat heute die höchsten Strompreise. Ein Vorbild?

Kurzum: Die Politik der grünen Einheitspartei in Berlin wird uns zwangsläufig Preissteigerungen beim Strom bescheren. Und der Wähler muss das zähneknirschend schlucken, denn seine Wohnung kann er nicht mal eben ins Ausland verlagern.

Ganz anders verhält es sich mit unserer Industrie. Auf sie entfällt etwa ein Fünftel unseres Energiebedarfs, und schon wenige Prozent Preissteigerungen machen ihre Produkte teurer. Das gefährdet die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Der Ausweg? Die Produktion wird verlagert in Länder mit niedrigeren Energiekosten.

Die Mitarbeiter des Kernkraftwerks Unterweser haben jüngst einen Notruf an die Politik veröffentlicht, man möge ihre Arbeitsplätze nicht leichtfertig vernichten. Wann werden solche Notrufe aus der Metall- und Elektro-Industrie zu vernehmen sein? Hoffentlich nie.

Elbe

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