Das Soziale im Kapitalismus: AKTIV im Norden

Standpunkt

Das Soziale im Kapitalismus


Unternehmer sind eigennützig – und das ist gut so

So wie du und ich denken Unternehmer zunächst mal an sich selbst. Sie verfolgen ihre eigenen Interessen – und stiften dabei einen zweifachen, nur auf diese Weise möglichen Sozialnutzen: Die Verbraucher werden nach freier Wahl mit Gütern versorgt und rund zwei Drittel der erwerbstüchtigen Bevölkerung mit der Gelegenheit, Einkommen zu erzielen.

Seit gut 200 Jahren ist die westliche Welt auf dieses unternehmerische Sozialleistungsbündel angewiesen, und genauso lange ist sie, bestenfalls, halbblind für dessen Existenz. Gang und gäbe ist die abwegige Vorstellung, unternehmerischer Eigennutz sei von Übel.

Diesen zu verfolgen, ist nicht nur ein persönliches Recht (es ist ja nicht so, dass nur Arbeitnehmer und Verbraucher natürliche Rechte hätten). Es ist zugleich Bedingung für unternehmerische Sozialnützlichkeit. Ein Fabrikant, der sich „dumm und dämlich“ verdienen will, muss was bieten: Er muss seine Kundschaft bestens bedienen. Was Planwirtschaft eben nicht muss, und schon deshalb nicht leistet. Unternehmer haben da keine Wahl, schon um nur über die Runden zu kommen.

Damit geht einher, dass die Beschäftigung von Arbeitnehmern im doppelten Sinne einträglich sein muss. Erstens: Betriebe können im Prinzip bei keinem Arbeitsplatz zuschießen. Zweitens, und in diesem Zusammenhang noch bedeutsamer: Ihren Lohn trägt Arbeit gerade so weit, wie ihre Früchte von Verbrauchern abgenommen werden – im Wettbewerb mit gleichartigen und mit andersartigen Gütern.

Das ist die wohl erstaunenswerteste Leistung der als „Kapitalismus“ verrufenen Unternehmenswirtschaft: Sie befähigt Unselbstständige, ihre Arbeitskraft käuferdienlich und damit auskömmlich zu verwerten. Das Eigennutz-Streben der Arbeitgeber bewirkt die massenhafte Einbindung von Arbeitnehmern in ein Sozialnutzen-Geflecht. Dadurch ist die unternehmerische Produktionsweise jeglicher sozialistischen überlegen.

Dass der „Mann auf der Straße“ von dieser Unternehmenswirtschaft nicht nur als Verbraucher, sondern auch als Arbeitnehmer profitiert, zeigt sich gerade jetzt. Die Beschäftigung ist auf Rekordhoch. Und während die Politik über Maßnahmen gegen den Fachkräfte-Mangel sinniert, gehen Unternehmen selbst dagegen an, gut marktwirtschaftlich – mit Entgelt-Überbietung. Und lenken so die Berufswahl nachwachsender Arbeitnehmer.

 

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