Bremen wird zum Zentrum der Elektro-Mobilität: AKTIV im Norden

Automobil-Industrie

Bremen wird zum Zentrum der Elektro-Mobilität

Das Rätselraten um den Standort hat ein Ende, Daimler hat entschieden: Das erste elektrische Serienmodell von Mercedes wird nicht in der schwäbischen Heimat, sondern in Bremen-Sebaldsbrück gebaut. Das Fahrzeug der Produktmarke „EQ“ soll bereits zum Modelljahr 2019 in Serie gehen.

„Emissionsfreie Autos sind die Zukunft“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche zur Begründung. „Das Bremer Werk liefert uns maximale Flexibilität, hohe Geschwindigkeit und von Anfang an Mercedes-Qualität auch für unsere Elektro-Modelle.“

Das neue Serienmodell basiert auf dem EQ-Showcar, einem Elektro-Pkw im Design eines sportlichen SUV-Coupés, der unlängst in Paris vorgestellt worden war. Nach Angaben von Daimler wird das Fahrzeug eine maximale Reichweite von 500 Kilometern haben. Die Batterie soll von der Daimler-Tochter Accumotive entwickelt und in Kamenz unweit von Dresden gebaut werden. Zu diesem Zweck will der Autokonzern rund 500 Millionen Euro in den Ausbau des sächsischen Werks investieren.

Eine Traditionsmarke kehrt zurück – 55 Jahre nach der Insolvenz

„Dass wir das erste EQ-Fahrzeug im Werk Bremen bauen, ist ein enormer Vertrauensbeweis und eine echte Auszeichnung für unseren Standort“, sagte Werkleiter Peter Theurer. Das Werk ist mit über 12.500 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber der Region und produziert aktuell zehn Modelle.

Und auch von dem Unternehmen, aus dem das Bremer Mercedes-Werk Ende der 70er-Jahre hervorging, gibt es Neuigkeiten: Der Autobauer Borgward, der in seinen besten Zeiten fast 25.000 Mitarbeiter hatte und 1961 zum Konkursfall wurde, meldet sich zurück. Das Unternehmen will in seiner alten Heimat wieder Autos produzieren und setzt dabei ebenfalls auf Elektromobilität.

Noch sind nicht alle Details geklärt, aber geplant ist, in Bremen zunächst 50 bis 100 Arbeitsplätze aufzubauen. Das erste Modell wird ein Borgward BX7 mit komplett elektrischem Antrieb sein. Im ersten Schritt ist eine Produktion mit einer Kapazität von bis zu 10.000 Fahrzeugen pro Jahr vorgesehen. Die Teile werden aus China, Deutschland und Europa zugeliefert.

Das Comeback der Automarke ist eine Initiative von Christian Borgward, dem Enkel des damaligen Firmengründers Carl F. W. Borgward. Hauptaktionär des Unternehmens ist der chinesische Nutzfahrzeug-Hersteller Beiqi Foton Motor.


Mercedes EQ

Foto: Werk
Foto: Werk
  • Basiert auf dem EQ-Showcar, einem SUV-Coupé, das auf dem Autosalon Paris 2016 vorgestellt wurde
  • Reichweite nach aktuellen Angaben: ca. 500 Kilometer
  • Verkaufspreis: voraussichtlich im Bereich zwischen 60.000 und 80.000 Euro

Borgward BX7

Foto: Werk
Foto: Werk
  • Weltpremiere im September 2015, damals noch mit Verbrennungsmotor
  • Produktionsstart laut Plan im Jahr 2018
  • Reichweite nach aktuellen Angaben: 400 bis 500 Kilometer
  • Preis: noch unbekannt

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Neueste ArtikelBeliebteste Artikel

Leser-Feedback