Bildungsmonitor: Schlechte Noten für norddeutsche Schüler: AKTIV im Norden

Studie

Bildungsmonitor: Schlechte Noten für norddeutsche Schüler

Alle Jahre wieder das gleiche Bild: Die Bundesländer im Süden und Osten dominieren das Ranking beim Thema Bildung. Bis auf Hamburg finden sich die norddeutschen Länder erst im Mittelfeld und im hinteren Drittel der Rangliste wieder. Auch der aktuelle Bildungsmonitor 2016, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) vorgelegt hat, macht da keine Ausnahme.

Seit 2004 ermitteln die IW-Forscher unter anderem, wie weit ein Bundesland die Bildungsteilhabe verbessert, was es zur Fachkräftesicherung beiträgt und wie es Wachstum fördert.

Die Studie bescheinigt den norddeutschen Ländern auf unterschiedlichsten Handlungsfeldern erhebliche Defizite. Das unbefriedigende Ergebnis ruft die Metallarbeitgeber auf den Plan. Thomas Lambusch fordert die Politik dringend zum Handeln auf. „Es darf nicht ein jahrzehntelang hingenommenes Naturgesetz sein, dass Kinder und Jugendliche im Norden bei Bildungsstudien regelmäßig schlechter dastehen als die im Osten und Süden“, so der Präsident des Arbeitgeberverbands Nordmetall, der 250 Unternehmen mit 110.000 Mitarbeitern in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen vertritt.

Hamburg hat zwar aufgeholt, aber beim Thema MINT gibt es noch viel zu tun

An den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Jugendlichen könne es jedenfalls nicht liegen, dass die Norddeutschen bestenfalls mittlere, mehrheitlich aber hintere Plätze im Bildungsranking belegten, meint Lambusch. Um bessere Bedingungen zu schaffen, fordert er einen norddeutschen Bildungsaufbruch der Politik.

Nordmetall und dessen Stiftung unterstützen in allen fünf Küstenländern intensiv mit vielfältigen Projekten besonders den Unterricht im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). „Das wollen wir fortsetzen und verstärken, aber die Länder müssen ihre Hausaufgaben besser erledigen, damit der Norden nicht ewig mit ,mangelhaft bis ungenügend‘ benotet wird“, betont Lambusch.

Die aktuelle Studie untersuchte dieses Mal auch den Stand der Flüchtlingsintegration in den Bildungsbereich. Die Ergebnisse für die Küstenländer sind ernüchternd. Hamburg belegt zwar mit Platz fünf einen der vorderen Plätze und holt im Vergleich zu den anderen Ländern auf, aber in puncto Schulqualität, speziell der MINT-Fächer, besteht noch Handlungsbedarf.

Nordmetall-Bildungs-Geschäftsführer Peter Golinski weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich sein Verband gemeinsam mit der Stiftung für bessere Unterrichtserfolge speziell in Mathe und Naturwissenschaften seit Jahren engagiert.

Mit Platz 9 rangiert Niedersachsen noch im Mittelfeld. Hier fallen im Bereich der Hochschulen vor allem die niedrigen akademischen Nachwuchszahlen im MINT-Bereich auf. Mecklenburg-Vorpommern und Bremen liegen auf den Plätzen 11 und 12, noch vor Schleswig-Holstein auf Platz 13.

Golinski: „Der hohe Norden muss fast in allen Bereichen aufholen. Das Kieler Kultusministerium hat die zentralen Probleme aber erkannt und packt sie an.“

Nordmetall hilft mit etlichen Projekten: MINT-Schule Schleswig-Holstein, LüttIng. oder Nordmetall Cup Formel 1 zum Beispiel vernetzen Schülerinteressen mit Unternehmen der Metall und Elektro-Industrie.


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