Bildung für alle: AKTIV im Norden

Nord-Wort

Bildung für alle


Kinder sind toll: Man muss sie nur lassen. Foto: fotolia
Kinder sind toll: Man muss sie nur lassen. Foto: fotolia

Die Politik kann helfen – aber wollen muss der Einzelne schon selbst.

Wenn ein Kind mit vier Jahren fließend chinesisch spricht, dann ist das ein Bildungswunder. Es sei denn, das Kind ist Chinese, dann ist das normal. „Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen“, sagt der Volksmund. Oder auch: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“

In der deutschen Bildungsdebatte wird das übersehen. Immer neue Schulformen werden erfunden, die Wege zum Abitur werden geebnet – und dennoch stagniert der Anteil von Studenten aus „bildungsfernen Familien“ bei 10 Prozent. „Der Bildungserfolg“, heißt es dann im politischen Raum, „hängt zu stark von der Herkunft ab.“ Das klingt geradezu anklagend gegenüber den „Bildungsbürgern“. Aber dass in solchen Familien etwas von den Eltern auf die Kinder abfärbt, so wie das Chinesisch auf die chinesischen Kinder – ist das nicht selbstverständlich?

Das Problem liegt anderswo. Viele Menschen kennen den Satz nicht mehr, der früher eine Triebfeder des sozialen Aufstiegs war: „Mein Kind soll es einmal besser haben als ich!“ Die Hauptverantwortung für Bildung liegt bei den Eltern. Darauf hinzuweisen ist die erste Pflicht der Politik.

Wie eine solche verbale Bildungspolitik aussieht, hat US-Präsident Barack Obama gezeigt – als er die Farbigen im Land zur Eigenverantwortung aufrief: „Niemand hat euer Schicksal vorgezeichnet, es liegt in eurer Hand! Es gibt keine Entschuldigung. Armut ist kein Grund für schlechte Noten!“

Und bei uns? Da pumpt die Politik zusätzliche Milliarden in die frühkindliche Betreuung – in der Hoffnung, auch „bildungsferne“ Eltern würden das nutzen. Zugleich will sie ein „Betreuungsgeld“ zahlen, wenn Kinder zu Hause bleiben. Beide Ziele widersprechen sich und haben nur eins gemeinsam: Sie kosten extrem viel Geld. Das verstehe, wer will!

Elbe

 

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