Betriebe bangen um den Aufschwung: AKTIV im Norden

Sorge wegen schwindender Auftragspolster

Betriebe bangen um den Aufschwung

Auf dem Weg zu Küste: Rotorblatt für einen Offshore-Windpark. Foto: dpa

Die norddeutsche Metall- und Elektro-Industrie erwartet für die kommenden Monate zwar steigende Auftragszahlen und eine weitgehend stabile Beschäftigung. Diese positive Entwicklung ist aus Sicht der Unternehmer allerdings gefährdet, falls die Koalitionsparteien in Berlin für die kommenden vier Jahre die falschen Weichen stellen.

In der Herbstumfrage der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord sowie weiterer Verbände erklärten rund 30  Prozent der befragten Betriebe, sie gingen von zusätzlicher Arbeit in den nächsten Monaten aus. Vor einem Jahr waren es nur rund 14 Prozent. Aber es gab auch kritische Antworten.

„Uns beunruhigt, dass die Auftragspolster mehr und mehr abschmelzen“, so Nordmetall-Vizepräsident Thomas Lambusch. 32 Prozent der Betriebe empfänden ihren Auftragsbestand als zu gering. Nur 29 Prozent hätten Aufträge für mehr als sechs Monate.

23 Prozent der Firmen planen, die Zahl ihrer Mitarbeiter im Jahr 2014 zu erhöhen

Auch die Kapazitätsauslastung der Branche liegt im Norden derzeit mit 86 Prozent immer noch knapp unter dem 10-jährigen Mittel von 87 Prozent, so Lambusch.

Das für 2013 erwartete Umsatzplus liegt im Durchschnitt der Unternehmen bei nur 4  Prozent. 26 Prozent wollen im kommenden Jahr ihre Preise nach oben anpassen – deutlich mehr Unternehmen als in den vergangenen Befragungen.

Deutliche Worte fand Lambusch zu den jüngsten politischen Äußerungen aus Berlin. „Unsere Unternehmen versuchen, mit allen Mitteln fit zu bleiben in schwierigen Zeiten. Das darf nicht von politischen Rahmensetzungen konterkariert werden“, mahnte er.

Noch planten 23 Prozent der Firmen, die Zahl ihrer Mitarbeiter im Jahr 2014 zu erhöhen. „Das steht sofort zur Disposition, wenn die Regierung mit der personalpolitischen Gängelung der Wirtschaft überzieht“, sagte er mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen.

Die Metall- und Elektro-Industrie sei das Herz der Wirtschaft. Je kräftiger es schlage, umso besser für Arbeitsplätze, Steuerkassen und Sozial­systeme.


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