Beim Nachwuchsprogramm ?lüttIng.? werden Schüler zu Ingenieuren: AKTIV im Norden

Coole Projekte

Beim Nachwuchsprogramm „lüttIng.“ werden Schüler zu Ingenieuren

Kiel. Was tun, wenn ein Schüler krankheitsbedingt längere Zeit dem Unterricht fernbleiben muss? Hausaufgaben nach Hause bringen? Den Lernstoff später nachholen? Schülern und Lehrern der Anne-Frank-Schule in Bargteheide reichte das nicht. Sie entwickelten einen Telepräsenzroboter, der Bild und Ton überträgt und vom Krankenbett aus gesteuert werden kann.

Die rund 20-köpfige Arbeitsgruppe aus verschiedenen Schulklassen entwickelte und programmierte den Roboter im Rahmen des Projekts „lüttIng.“.

Die 2013 ins Leben gerufene Initiative will Jugendliche zu „lütten“, also kleinen Ingenieuren machen. Sie wird vom Arbeitgeberverband Nordmetall, dem Kieler Bildungsministerium sowie der Professor Werner Petersen-Stiftung unterstützt und von der Technischen Akademie Nord in Kiel organisiert. Bis heute haben mehr als 40 Schulen mit über 700 Schülern daran teilgenommen. Unterstützt wurden sie von rund 40 Projektpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Insgesamt haben die Initiatoren bis heute rund 210.000 Euro in die Förderung der lüttIng.-Projekte investiert.

Seit August 2016 haben neben den Bargteheider Schülern sieben weitere Schleswig-Holsteiner Schulen an insgesamt acht Projekten gearbeitet. Die Nachwuchsingenieure bauten Elektrofahrräder, entwarfen eine Windenergieanlage für ein Einzelhaus oder setzten sich mit der Konstruktion von Messgeräten auseinander.

Damit die Projekte nicht aus finanziellen Gründen schon im Anfangsstadium stecken blieben, gab es für die Schulen bis zu 5.000 Euro Förderung von den Projektpartnern. Anfang Juni stellten alle Schulen ihre Arbeiten im großen Hörsaal der Fachhochschule Kiel vor. Dabei wurde deutlich, mit welchem Elan und Engagement die jungen Leute bei der Sache waren.

Elektronik-Starter-Sets für nachfolgende Generationen

Auch die begleitenden Lehrer waren begeistert: „Ich finde, dass das Projekt lüttIng. sehr gut in den schulischen Rahmen passt“, sagt beispielsweise Lehrer Christian Reinel von der Gemeinschaftsschule Brunsbüttel. „Unsere Schüler haben Elektronik-Starter-Sets für den Schulunterricht gebaut, die nachfolgende Jahrgänge nutzen können. Zudem haben wir unsere Kontakte in der Region, sprich zu einem lokalen Unternehmen, weiter ausgebaut.“

Einen echten Zusatznutzen hat auch das Projekt der Gemeinschaftsschule Kronshagen. Die Schule nimmt regelmäßig am „Nordmetall Cup – Formel 1 in der Schule“ teil. In diesem Jahr wurde das Team Deutscher Vizemeister und darf zur WM nach Malaysia fahren.

Zur Optimierung ihres Mini-Rennwagens nutzten die Jugendlichen stets einen Windkanal außerhalb der Schule. Das war aber nur zu bestimmten Zeiten möglich und mit hohem Aufwand verbunden. Im Rahmen von lüttIng. bauten die Schüler nun einen eigenen Windkanal, der ab sofort für Versuche und den naturwissenschaftlichen Unterricht zur Verfügung steht.


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