Ballermann-Outfit auf dem Petersplatz?: AKTIV im Norden

Kommentar

Ballermann-Outfit auf dem Petersplatz?


Kleider machen Leute – diese Redensart, die auf Gottfried Kellers bekannte Novelle von 1874 zurückgeht, gilt bis heute. Daher ist es auch gute Sitte, sich zu wichtigen Anlässen wie Hochzeit, Taufen oder Jubiläen angemessen anzuziehen. Wir respektieren eine gewisse Kleiderordnung, sowohl im Privatleben als auch im Job. Karneval ist anderswo.

Wenn man sich allerdings vor Augen führt, was im jüngst vergangenen Urlaub an „Kleiderordnung“ zu besichtigen war, kommt man ins Zweifeln, ob diese bewährten Regeln noch gelten. Der westliche Tourist legt, wo immer er aufkreuzt, gern die Standard-Touristenkleidung an. Und die ist meist lässig bis schrill, halbnackt und natürlich: bequeeem!

An Mallorcas berüchtigtem Strandlokal Ballermann ist das ein Muss. Auch an der Playa del Inglés auf Gran Canaria gehört so ein Outfit quasi zum guten Ton, es ist dort touristisch korrekt und wird akzeptiert.

Doch wie vertragen sich quellende Oberweiten in knappen T-Shirts mit dem Petersplatz in Rom? Ist das angemessen? Ist es touristisch korrekt, mit Outdoor-Latschen und Muscle Shirts durch den Louvre in Paris zu laufen? Kann man wirklich in einem ägyptischen Tempel unter den
beleidigten Blicken des muslimischen Personals herumrennen wie am heimischen Baggersee?

„Die Hitze!“ kann es nicht sein: Die Menschen im Süden wissen, dass man sich gegen die Sonne am besten mit Bekleidung schützt. Gedankenlosigkeit und fehlender Respekt vor den Sitten und Gebräuchen der Gastländer ist wohl die treffendere Erklärung. Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn du in Rom bist, verhalte dich wie die Römer.“ Das gehört in jeden Reiserucksack.

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