Azubis begehrt wie nie: AKTIV im Norden

Azubis begehrt wie nie


Mit den Lehrstellen geht es aufwärts! Foto: Bundesagentur für Arbeit, Grafik: AKTIV
Mit den Lehrstellen geht es aufwärts! Foto: Bundesagentur für Arbeit, Grafik: <em>AKTIV</em>

Im Juli Plus bei den Lehrstellen

Geburtenschwache Jahrgänge und fehlende Fachkräfte – Markus Kiss, Bildungsexper­te beim Wirtschaftsverband DIHK in Berlin, be­schreibt die Lage bei den Lehrstellen.

AKTIV: Wie ergeht es jungen Leuten, die in diesem Jahr eine Lehrstelle suchen?

Kiss: Auszubildende sind begehrt wie noch nie. Auch jetzt noch, Anfang August, gibt es tolle Chancen in den Betrieben.

AKTIV: Konkret?

Kiss: Von Oktober 2010 bis Juli 2011 zählte die Bundesagentur für Arbeit 8,9 Prozent mehr gemeldete Lehrstellen als ein Jahr zuvor. 462.000 waren es insgesamt. Zugleich sank die Zahl der Bewerber um 2,6 Prozent. Da zeigen sich die geburtenschwachen Jahrgänge.

AKTIV: Und per saldo?

Kiss: Mitte Juli zählten die Arbeitsagenturen noch 10.000 unvermittelte Bewerber mehr als unbesetzte Lehrstellen. Aber die Lücke schließt sich noch. In der Regel passiert das im September. In den letzten Jahren hatten wir am Ende sogar einen Überschuss an Plätzen.

AKTIV: Zugleich drehen 320.000 Jugendliche Warteschleifen in Schulen und Kursen zur Berufsvorbereitung.

Kiss: Für viele ist das die Chance, sich mit einem weiteren Abschluss für den Traumberuf zu qualifizieren. Und andere müssen erst fit für die Ausbildung werden.

AKTIV: Nur 23 Prozent aller Betriebe bilden aus ...

Kiss: ... aber nicht jeder Betrieb ist berechtigt auszubilden. Von denen, die es sind, machen im Schnitt die Hälfte mit, über einen längeren Zeitraum drei Viertel. Viele Betriebe setzen auch mal aus.

AKTIV: Ihr Geheimtipp?

Kiss: Go East! In Ostdeutschland hat sich die Zahl der Schulabgänger seit 2005 halbiert. Die Betriebe suchen händeringend Azubis.

Interview: JW

 

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